Energiekonzept

von neubauadmin

Der Erfolg eines Bauprojektes hängt heutzutage nicht mehr nur von der Raumplanung ab, sondern auch von der Haustechnik. Deshalb haben wir in diese Thema sehr viel Energie gesteckt;-)

Unser Energiekonzept basiert auf der thermischen Bauteilaktivierung.

Besonders erwähnenswert: Die Errichtungskosten mit thermischer Bauteilaktivierung unterscheiden sich nicht wesentlich von konservativen Konzepten. Allerdings hilft uns die Technik, in Zukunft die Energiekosten auf ein minimales Niveau zu senken! Die Betriebskosten für Wärmen, Kühlen und Bereitstellung von Warmwasser werden auf etwa € 3.500 Euro pro Jahr geschätzt!

Thermische Bauteilaktivierung

Bei der „Thermischen Bauteilaktivierung“ (TBA) werden großflächige Bauteile aus Beton für die Beheizung und Kühlung von Gebäuden eingesetzt. Ohnehin notwendige Geschoßdecken oder Fundamentplatten werden mit einem Rohrsystem zur Durchleitung von Wasser bestückt, welches je nach Bedarf entweder geringfügig wärmer oder geringfügig kälter als die thermisch aktivierten Bauteile ist. Die gute Wärmeleitfähigkeit von Beton bewirkt, dass die solcherart „thermisch aktivierten“ Bauteile permanent die Temperatur des durchgeleiteten Wassers annehmen. Der Temperaturausgleich in den aktivierten Bauteilen und in den angrenzenden Räumen erfolgt permanent und selbsttätig. Diesen ständigen Temperaturausgleich macht man sich zunutze, um in die angrenzenden Räume entweder in der Heizperiode Wärme zuzuführen oder diese in der Kühlperiode über das eingelegte Rohrsystem abzuführen, um die Entstehung von zu hohen Raumtemperaturen zu verhindern. Die Wärmeabgabe zwischen Deckenuntersichten aus Beton und der angrenzenden Raumluft ist mit etwa 25 W/M2, die Wärmeaufnahme zwischen Deckenuntersichten aus Beton und der Raumluft ist mit etwa 40 W/M2 anzusetzen. Wegen seines hohen Gewichts weist Beton eine hohe Wärmespeicherfähigkeit auf, die man sich bei der TBA ebenfalls zunutze macht. Die geringen Temperaturunterschiede zwischen den beheizten Flächen und der Raumluft bewirken, dass die TBA als Strahlungsheizung wirkt und dass keine Zugerscheinungen entstehen. Das führt zu einem hohen thermischen Wohnkomfort.

Die gewünschten Raumtemperaturen lassen sich durch die Temperatur des Wärmetransportmediums (in der Regel aufbereitetes Wasser) steuern. Durch die großflächigen Heiz-/Kühlflächen kann die TBA auf einem sehr niederen Niveau (etwas über 30 °C für die Heizung und mind. 19 °C für die Kühlung) betrieben werden. Dieses Temperaturniveau ist prädestiniert für die Nutzung von alternativen Energiequellen.

Unverzichtbar für das perfekte Funktionieren der TBA ist eine hochwertig gedämmte, dem heutigen Baustandard entsprechende Gebäudehülle in Niedrigstenergiequalität.

Haustechnisches Projekt für den Neubau der Bezirksstelle RK Korneuburg

Die bereits vielfach bewiesenen Vorteile der TBA (sehr hohe Energieeffizienz, sehr angenehmes und gleichmäßiges Raumklima, nur ein Leitungssystem für das Heizen und Kühlen der Räume) werden bei diesem multifunktionalen Bauwerk mit einer Weiterentwicklung bei der Verknüpfung von Anlagenkomponenten für die Bereitstellung der Heiz- und Kühlenergie maßgeblich ausgebaut.

Die ständige Zunahme von Hitzetagen führte dazu, bei diesem Projekt dem Thema Raumkühlung verstärkte Aufmerksamkeit zu widmen.

Als Energiequellen dienen das anstehende Grundwasser, eine thermische Solaranlage und eine PV-Anlage. Die Besonderheit der gegenständlichen haustechnischen Anlage liegt in der intelligenten Verknüpfung von Solaranlage, PV-Anlage und Adsorptionskälteanlage. Ziel ist es, mit Hilfe der Adsorptionskälteanlage überschüssiges „Heißwasser“ aus der Solaranlage zur Gewinnung von Kühlenergie zu nutzen. Ein solcher Überschuss fällt zu Zeiten an, wenn die Solarthermie-Anlage die Versorgung der Warmwasser-Pufferspeicher in einem ausreichenden Grad erreicht hat und die PV-Anlage genügend elektrische Energie neben anderen Nutzern auch für den Betrieb der Adsorptionsanlage liefert. Aus diesem Gesichtspunkt war es naheliegend, die drei Anlagekomponenten miteinander zu verknüpfen und in das Gesamtkonzept einzubauen. Bisherige vom Projektanten des Energiekonzepts gemachte Erfahrungen zeigen, dass die Adsorptionskälteanlage eine beeindruckende Arbeitszahl von 12 (gegenüber 3 bis 4 bei üblichen Kompressionskältemaschinen) aufweist. Projektstudien haben ergeben, dass mit der ins Auge gefassten Anlagenkonstellation etwa 50 % bis 60 % der erforderlichen Kühlenergie gewonnen werden können. Die Realisierung der ins Auge gefassten Lösung bringt weitere Vorteile: ein großer Teil der Kühlenergie wird autark aus Umweltenergie erzeugt, die Solarpaneele werden von der Problematik der Stagnation bzw. Dampfbildung weitgehend entlastet, die Einleitung von Wärme in das Grundwasser reduziert sich maßgeblich und last but not least eröffnet sich für die Solarwirtschaft ein interessantes Geschäftsfeld.

Die Anlage für die Heizung und Kühlung für den Neubau der RK – Bezirksstelle Korneuburg weist folgende Anlagenkomponenten auf:

  • Bauteilaktivierung zum Heizen und Kühlen
  • 50 kW modulationsfähige Wasser/Wasser Wärmepumpe für den Heizbedarf und die Warmwasserbereitung, Jahresarbeitszahl 5.
  • 101 m² Thermische Solaranlage zum Heizen und Kühlen.
  • 32 kWp Photovoltaik-Anlage, erwarteter Ertrag 32.000 kWh/a. Deckt bilanziell den gesamten Bedarf für den Betrieb der Heizung, der Kühlung, die Warmwasseraufbereitung und der Lüftung.
  • Adsorptionskältetechnik zur Gebäudekühlung
  • Grundwasserbrunnenanlage

FIN – Future is Now – Kuster Energielösungen GmbH

Unser Projektplaner im Bereich Haustechnik ist Harald Kuster. Der innovative und mehrfach ausgezeichnete Energieplaner führt das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Andrea und setzt vor allem auf thermische Bauteilaktivierung.  Er gilt als DER Experte in punkto Bauteilaktivierung.

Referenzen:

Kulturzentrum Hallwang

Kletterhalle Saalfelden

Tischlerei-Lehrwertstätte LES Bruck/Glstr.

Haustechnik Steiner

Wohnanlage Wien22

Weitere Informationen unter www.futureisnow.eu/