Die derzeitige Dienststelle Korneuburg

von neubauadmin

„Allzuoft härt man von Planung für das nächste Jahrtausend, vom Bauen für die Zukunft, von Konzeption 2000 und so fort. Aber gerade im Fall der Aktivitäten des Roten Kreuzes in Korneuburg gilt nicht die Inflation der Worte, sondern Tagen wurden gesetzt […]“1 . Dieses Vorwort von Ing. Hans Kellner, damaliger Präsident des Landesverbandes vom Roten Kreuz für Niederösterreich, findet man in der Festschrift anlässlich der Hauseröffnung der Korneuburger Dienststelle im Jahr 1988.

Historie

Und es ist tatsächlich so, dass die damaligen Verantwortlichen, allen voran Ing. Horst Weinlinger und Ing. Edmund Seidl etwas besonders gelungen ist. Nämlich, dass das Haus – mit wenigen nachträglichen Adaptionen – mehr als 30 Jahre als Rot-Kreuz-Einsatzzentrale im Bezirk dienen konnte.

Am 25. September 1987 wurde der erste Dienst in dem – zu dem Zeitpunkt noch nicht vollständig fertiggestellten – Gebäude aufgenommen. Am 03. September 1984, also fast genau 3 Jahre zuvor, wurde der Beschluss getroffen, von der alten Dienststelle in der Wiener Straße 13 in die Jahnstraße 7 zu übersiedeln.

Die Hallen des jetzigen Dienststellengebäudes wurde von der Firma Werner & Pfleiderer übernommen. Diese hatte wenige Zeit zuvor die Produktion eingestellt und suchte nun einen Käufer für deren Bestandshallen. Zu diesen bestehenden Hallen wurde ein Verwaltungsgebäude gebaut, in welchem die notwendigen Büroräume, Lagerflächen, Sozialräume (Aufenthaltsräume, Schlafräume, Sanitärräume) und früher auch die Leitstelle untergebracht waren.

Neben den bestehenden Hallen konnte auch ein Öltank mit einem Fassungsvermögen von 40.000 Liter übernommen werden. Dieser wurde zu einem Dieseltank umfunktioniert, welcher fortan für die Betankung der Rot-Kreuz-Fahrzeuge genutzt werden konnte. Damit konnten in all den Jahren nicht nur Tankkosten gespart werden, sondern gemeinsam mit einem gebrauchten Dieselaggregat konnte die Dienststelle autark mit Energie betrieben werden.

Zahlen und Fakten zur Dienststelle Korneuburg bei Inbetriebnahme (1987)

Datum Inbetriebnahme 25.09.1987
Grundstücksfläche: 6.728m2
Verbautet Fläche 2.390m2
Nutzfläche 2.703m2
davon:

  • Interne Verkehrsflächen 184m2
  • Schulungs- und Bürobereich 320m2
  • Einsatzbereich 278m2
  • Hygienesektor 77m2
  • Ruhebereich 61m2
  • Garagen- und Servicebereich 948m2
  • Lagerflächen (Altstoffe) 745m2
  • Energiesektor 90m2

Gesamtherstellungskosten inkl. Kosten für die Liegenschaft ca. ATS 18.300.000 (ca. EUR 1.330.000)
Finanzierung:
-Gemeinden des Gerichtsbezirkes Korneuburg|ca. ATS 9.500.000 (ca. EUR 690.000)
-ECOPLUS Betriebsansiedlung udn Regionalisierung in NÖ GmbH ca. ATS 6.000.000 (ca. EUR 440.000)
-Rotes Kreuz Bezirksstelle Korneuburg ca. ATS 2.800.000 (ca. EUR 200.000)

Umbauten und Änderungen

Im Laufe der Zeit wurden geringfügige Änderungen an der innenarchitektur und teilweise Raumnutzung vorgenommen. Im Wesentlichen steht aber noch immer die Raumanzahl und -fläche wie im Errichtungsjahr 1987 zur Verfügung.

* Renovierung der Hygieneschleuse: Hier geht es um die Reinigung der Gerätschaften und wieder zu verwendenden Kleinmaterialien (Desinfektion). Damit wurde unsere Bezirksstelle zu einem Best-Practice-Beispiel in Niederösterreich.
* Umbau Aufenthaltsbereich: Der eigene Raum für Zivildiener wurde aufgelassen und in einem größeren, gemeinsamen Aufenthaltsbereich integriert. Fortan standen 2 Fernsehräume, 1 Essplatz und ca. 5 Computerarbeitsplätze im Aufenthaltsbereich zur Verfügung.
* Umbau öffentliche Toilettenanlagen: Da bis zum Umbau für die Herren nur 1 WC und 1 Pissoir zur Verfügung standen, wurden die Anlagen adaptiert. Ab diesem Zeitpunkt konnten nun im Erdgeschoss 2 Toiletten und drei Pissoirs benutzt (im Tagesbetriebs befinden sich etwa 40 männliche Personen im Haus). Außerdem wurde der Jugendraum zum Damen-WC umfunktioniert. Auch die barrierefreie Toilette fand nun dort Platz.
* Adaptierung Leitstelle: Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Dienststelle befand sie die Leitstelle, welche alle Notrufe entgegennahm und die Fahrzeuge disponierte, noch im Rot-Kreuz-Haus. Anfang der 2000er Jahre wurde dies geändert das Notrufmanagement wurde ausgelagert. Die Büroräumlichkeiten wurden adaptiert und für administrative Tätigkeiten des Rettungs- und Krankentransportdienstes genutzt.
* diverse Renovierungs- und Ausbesserungsarbeiten (z.B. im Schulungsbereich, Installation von Klimageräten, etc.)

Quelle:

1: Seite 6. „Wir stellen uns vor. Festschrift zur Eröffnung der Rot-Kreuz-Zentrale Korneuburg“. Rotes Kreuz, Bezirksstelle Korneuburg, 1988

 

Festschrift 100 Jahre Rotes Kreuz Korneuburg 1990

Festschrift Hauseröffnung Korneuburg 1988